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Advokaturbüro
Advokaturbüro, Rechtsanwalt, LL.M.
Kategorie: Schweizer Recht
Zufriedene Kunden: 3825
Erfahrung:  Gebiete des Schweizer Zivilrechts, v.a. allgemeines und besonderes Vertragsrecht, Erbrecht, Gesellschaftsrecht, SchKG
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Advokaturbüro ist jetzt online.

Guten Tag meine Damen und Herren Ich lebe im Konkubinat

Kundenfrage

Guten Tag meine Damen und Herren

Ich lebe im Konkubinat mit meinem Partner, welcher einen unehelichen, knapp 6jährigen Sohn aus seiner letzten Beziehung hat. Mein Partner bezahlt 50% Alimente an die Mutter, der Junge lebt jedoch zu 60-70% bei uns. Es besteht ein gemeinsames Sorgerecht. Die Frau hat noch zwei Töchter im Teenager-Alter, von ihrem ersten Ehemann. Die Mädchen leben unter der Woche bei ihr, am Wochenende beim Vater.

Wir müssen uns in der Betreuung des Jungen nach der Mutter richten, was zur Folge hat, dass der Kleine keine geregelte Situation hat und darunter leidet. Mal ist er zwei Tage pro Woche bei der Mutter, mal vier Tage, und mal sieht er sie zwei oder drei Wochen nicht. Da mein Partner arbeitet, er ist Lehrer, hat ein 70% Pensum, ist also zum Glück noch relativ oft zuhause, und ich natürlich auch nicht einfach zu Hause bleiben kann, da es sich nicht um mein Kind handelt, sind wir auf die Betreuung durch eine Tagesmutter angewiesen, wenn wir beide nicht da sind. Dies sind aber nur ein paar Stunden pro Woche. Die Mutter des Jungen nimmt die Dienste der Tagesmutter ebenfalls in Anspruch, bezahlt wird die Frau aber vollumfänglich von mein Partner. Ich habe mein Arbeitspensum im letzten Jahr von 100% auf ebenfalls 70% reduziert, um die Situation etwas zu entschärfen. Dennoch ist das ganze für den Kleinen einfach zu unruhig und wechselhaft.

Nun droht die Mutter meinem Partner immer wieder, das Kind ganz zu sich zu nehmen, was sie aber, wie wir wissen, nicht tun wird. Sie käme finanziell schlechter weg wenn sie nur noch Alimente hätte und nicht mehr arbeiten könnte. Ausserdem hat sie die Geduld nicht, ihren nicht immer einfachen Sohn zu betreuen. Des öfteren ist sie froh wenn sie diesen "Saugoof" zurück zum Vater bringen kann. Ausserdem leidet der Junge bei ihr unter verbaler Gewalt und wir glauben auch, dass er gegen uns aufgehetzt wird.

Heute nun hat mein Partner eine ganz neue Drohung erhalten. Nämlich dass sie den Jungen für den Rest des Monats gar nicht mehr zu sich nehmen wird. Die Betreuungszeiten für diesen Monat wären aber bereits ausgemacht. Der Grund dafür ist, dass sie wütend ist, weil sie Herbstferien stornieren muss, welche sie diese Woche buchte, obwohl wir im Frühling schon gebucht haben und sie auch darüber informiert wurde. Und der Kleine büsst's mal wieder, weil er deswegen nicht mehr zur Mama darf für mindestens zwei Wochen...

Im Interesse des Kindes sind wir der Meinung, es wäre besser der Junge lebte bei uns, mit einem geregelten Besuchsrecht bei der Mutter. Sowohl mein Partner als auch ich würden voll hinter dieser Lösung stehen und hätten den Jungen gerne bei uns.

Was kann mein Partner tun und wie stehen seine Chancen?



Ich danke XXXXX XXXXX für Ihre Hilfe

Freundliche Grüsse
M.H.
Gepostet: vor 5 Jahren.
Kategorie: Schweizer Recht
Experte:  Advokaturbüro hat geantwortet vor 5 Jahren.
Sehr geehrte(r) JustAnswer-Nutzer(in)

Aufgrund Ihrer Angaben kann ich Ihre Frage mit folgender Rechtsauskunft beantworten:

Zunächst ist aus meiner Sicht zu prüfen, wo und in welcher Höhe die Unterhaltsbeiträge geregelt sind. Ich vermute, dass im Zusammenhang mit der Sorgerechtsvereinbarung auch ein Kindesunterhalt festgelegt wurde und diese Vereinbarung von der zuständigen Vormundschaftsbehörde genehmigt wurde (Art. 287 ZGB). Ich bin ausserdem erstaunt darüber, dass es keine klare Regelung über die Obhut gibt oder diese zumindest nicht eingehalten wird. Zudem muss ich Ihnen zustimmen, dass finanzieller Aufwand und Wahrnehmung von Betreuungspflichten nicht gleichmässig auf beide Elternteile verteilt zu sein scheinen.

Vor diesem Hintergrund bin ich der Ansicht, dass eine klare und verbindliche Obhutsregelung (Besuchsrecht) gschaffen werden soll, um auch zum Wohle des Kindes geordnete Verhältnisse zu schaffen. Ebenfalls sollten die vereinbarten Unterhaltsbeiträge überprüft werden.

Nun gibt es noch die Möglichkeit, dass Ihr Partner nach Art. 298a Abs. 2 i.V.m. Art. 134 ZGB das alleinige Sorgerecht beantragt. Dies ist grundsätzlich möglich, wenn dies aufgrund wesentlicher Veränderung der Verhältnisse zum Wohl des Kindes geboten ist. Zu entscheiden darüber hat die vormundschaftliche Aufsichtsbehörde.

Gewichtigstes Entscheidungskriterium ist dabei das Wohl des Kindes. Die Erfolgsaussichten sind im Rahmen dieses Forums kaum abschliessend zu beurteilen. Insgesamt neigen vor allem die Gerichte in ländlichen Gebieten noch immer überwiegend dazu, der Mutter das alleinige Sorgerecht zuzusprechen (vgl. Art. 298 ZGB). Meist wird der Mutter nur in äusserst krassen Fällen das Sorgerecht entzogen. Verbale Gewalt reicht in der Regel nicht. Zudem sind die Behörden ohnehin immer zurückhaltend, wenn es darum geht, ein einmal geregeltes Sorgerecht anzupassen.

Ich persönlich heisse diese vaterfeindliche Praxis nicht gut, man muss aber zur Zeit noch damit leben. Da das Wohl des Kindes bei der Mutter zumindest nicht offensichtlich gefährdet ist, sind die Chancen, dass Ihr Partner das alleinige Sorgerecht erhält, eher gering - soweit ich das von hier aus beurteilen kann.

Vor diesem Hintergrund würde ich vorschlagen, dass Ihr Partner mit der Mutter aussergerichtlich eine Regelung findet, die funktionieren kann und gemeinsam eine neue Vereinbarung der Vormundschaftsbehörde vorgelegt wird. Gegebenenfalls wäre zu diesem Zweck unterstützend eine Familienmediation mit den Eltern ggf. unter Beizug der übrigen Beteiligten zu empfehlen.

Gerne bin ich Ihnen bei der Vermittlung eines Anwalts oder eines Mediators behilflich.

Ich hoffe, Ihnen mit dieser Auskunft weitergeholfen zu haben. Bitte vergessen Sie nicht, meine Antwort zu akzeptieren, indem Sie unter meiner Antwort auf das grüne Feld „Akzeptieren“ klicken. Ausserdem können Sie in der Rubrik Bewertungen eine Qualitätsbeurteilung abgeben und wenn Sie mit der Behandlung Ihrer Frage besonders zufrieden waren, meine Antwort sogar mit einem Bonus belohnen.

Mit freundlichen Grüssen

RA Aschwanden
Advokaturbüro, Rechtsanwalt, LL.M.
Kategorie: Schweizer Recht
Zufriedene Kunden: 3825
Erfahrung: Gebiete des Schweizer Zivilrechts, v.a. allgemeines und besonderes Vertragsrecht, Erbrecht, Gesellschaftsrecht, SchKG
Advokaturbüro und weitere Experten für Schweizer Recht sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 5 Jahren.

Guten Tag Herr Aschwanden

 

Vielen herzlichen Dank für Ihre Antwort. Im Grunde beinhaltet sie, was ich befürchtet habe. Nämlich dass es schwierig sein wird für meinen Partner, das Sorgerecht für seinen Sohn zu erhalten.

 

Ja, der Kindesunterhalt ist in einer Vereinbarung festgelegt, und zur Zeit werden 50% davon an die Mutter ausbezahlt. Das Obhutsrecht ist auch geregelt. Es lag lange bei meinem Partner, die Mutter hat dies unterschrieben. Bis sie bemerkte, dass sie so ihren Sohn nicht von den Steuern abziehen kann. Sie ging zur zuständigen Behörde und beschwerte sich, was zur Folge hatte dass meinem Freund ein Schreiben ins Haus schneite, welches er zu unterzeichnen hatte.

Kunde: hat geantwortet vor 5 Jahren.

ups, das ging zu früh raus...

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Eine neue, aussergerichtliche Regelung mit der Frau zu finden wird schwierig werden, sie ist zu unbeständig. Aber wenn wir nicht riskieren wollen, dass die Sache vor Gericht kommt und damit vermutlich der Kleine zur Mutter, dann müssen wir wohl klein beigeben und uns ihre Launen gefallen lassen und mehr oder weniger nach ihrer Pfeife tanzen, damit sie irgend eine Vereinbarung unterzeichnet die uns wenigstens einigermassen entspricht, nicht wahr? Also auch auf die Ferien mit dem Jungen verzichten? Und wie gestern Abend dauernd die Betreuung des Jungen neu organisieren, weil sie ihn ja für den Rest des Monats nicht mehr sehen will? Nur, damit sie um halb elf in der Nacht mitteilt, dies sei natürlich nur ein Witz gewesen...

 

Schöne Aussichten... ich danke Ihnen dennoch ganz herzlich für Ihre Unterstützung

 

mit freundlichen Grüssen

Monika Hochreuter

Experte:  Advokaturbüro hat geantwortet vor 5 Jahren.
Sehr geehrte Frau Hochreuter

In der Tat ist die Situation sehr unbefriedigend. Wie gesagt, ist nicht völlig auszuschliessen, dass Ihr Partner das alleinige Sorgerecht bekommen könnte. Die Praxis spricht leider jedoch eine andere Sprache.

Auch in der Schweiz ist es wie dargelegt immernoch üblich, der Kindesmutter das Sorgerecht zuzuteilen. Ein gemeinsames Sorgerecht ist nur möglich, solange beide Elternteile damit einverstanden und kooperationsbereit sind. Das gemeinsame Sorgerecht gegen den Willen eines der Eltern ist grundsätzlich nicht möglich.

Es gibt zum Teil auch kantonale und regionale Unterschiede, was die Zuteilung des Sorgerechts an den Vater angeht. Vielleicht erkundigen Sie sich noch bei der zuständigen Vormundschaftsbehörde, wie die Praxis an Ihrem Wohnort ist.

In der Tat ist es auch schwierig, mit einer unbestängien Partei eine neue Regelung zu treffen. Anhand Ihrer Schilderungen entsteht aus meiner (nicht ärztlichen) Sicht, der Verdacht, dass die Mutter möglicherweise an Depressionen leidet, was die Sache auch nicht einfacher macht. Wäre dies der Fall, wäre wohl auch eine Familienmediation nicht unbedingt zu empfehlen.

Freilich kann Ihr Partner auf der Einhaltung der Sorgerechtsvereinbarung beharren, was dann aber dazu führen könnte, dass die Mutter das alleinige Sorgerecht beantragt. Spätestens dann, sollten Sie bzw. Ihr Partner sich anwaltlich vertreten lassen.

Ich bedaure, Ihnen keine griffigeren Mittel an die Hand geben zu können, hoffe aber, dass die Beteiligten gemeinsam eine Lösung zum Wohle des Kindes finden.

Mit freundlichen Grüssen

RA Aschwanden

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