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Advokaturbüro
Advokaturbüro, Rechtsanwalt, LL.M.
Kategorie: Schweizer Recht
Zufriedene Kunden: 3825
Erfahrung:  Gebiete des Schweizer Zivilrechts, v.a. allgemeines und besonderes Vertragsrecht, Erbrecht, Gesellschaftsrecht, SchKG
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Sehr geehter Herr Scholz,habe an Sie einige Fragen, betrifft

Kundenfrage

Sehr geehter Herr Scholz,habe an Sie einige Fragen, betrifft Erschaft und Vorbezug.Mein Papa ist 92 Jahre alt und ist momentan im Pflegeheim(Ambulatorium Wiesendamm in Basel.Da mein Bruder im Jahre 1999 von meinem Papa Fr. 250.000 als Erbschaftsvorbezug erhalten hat , um ein Haus zu kaufen, ich habe es leider spaeter erfahren von unserem Sohn der in der gleichen Strasse wohnt.Habe meinen Papa darauf angesprochen, was mit meinem Anteil ist,5 Jahre spaeter habe ich endlich Fr.126.000erhalten.Mein Bruder und ich haben kein gutes Verhaeltnis mehr, man hat mich Jahre lang belogen, und das allerschlimmste, er hat mich aus seinem Haus rausgeworfen.Leider ist er auch noch Verwalter des Geldes geworden, habe jetzt keine Ahnung, was mit dem ganzen Geld geschieht.Wohne seit 4 Monaten mit meinem Mann in Amerika. Habe ich jetzt ein Anrechtauf das Geld , dass mir mein Bruder schuldet(Fr.250.000 und ich Fr.126.000 der Unterschied zwischen den beiden Betraegen ist Fr.62.000.Es wuerde mich freuen, von Ihnen bald moeglichst eine Antwort zu erhalten. Besten Dank fuer alles
Gepostet: vor 5 Jahren.
Kategorie: Schweizer Recht
Experte:  raschwerin hat geantwortet vor 5 Jahren.
Sehr geehrter Fragesteller,

gern beantworte ich Ihre Frage wie folgt:

Der Kollege ist derzeit nicht online.

Bitte haben Sie etwas Geduld.

Anderenfalls kann ich Ihre Anliegen auch gern bearbeiten.
Experte:  Advokaturbüro hat geantwortet vor 5 Jahren.
Sehr geehrte(r) JustAnswer-Nutzer(in)

Zunächst möchte ich mich für die ungewöhnlich lange Wartezeit entschuldigen. Die Frage lag bei meinen deutschen Kollegen. Ich habe leider erst heute von Ihrer Frage zum Schweizer Erbrecht Kenntnis erhalten.

Aufgrund Ihrer Angaben kann ich Ihre Frage mit folgender Rechtsauskunft beantworten, nachdem Sie von meinen deutschen Anwaltskollegen bisher keine Antwort erhalten haben:

Zunächst einmal ist festzuhalten, dass Ihr Vater - solange er noch lebt - grundsätzlich frei über sein Vermögen bestimmen kann. Er durfe also Ihrem Bruder den Erbvorbezug in Höhe von CHF 250'000.- auszahlen, ohne Ihnen den gleichen Betrag zu überweisen. Insofern schuldet Ihr Bruder Ihnen die CHF 250'000.- grundsätzlich nicht. Umgekehrt gilt natürlich das gleiche in Bezug auf die CHF 126'000.- die Sie später als Erbvorbezug erhalten haben.

Wenn Ihr Vater allerdings verstirbt, kommt es zur Aufteilung seines Erbes. In diesem Zusammenhang ist dann zunächst zu prüfen, ob Ihr Vater ein Testament oder einen Erbvertrag abgeschlossen hat, der die Verteilung seines Nachlasses regelt.
Regelt er nichts, so haben Sie und Ihr Bruder die gleichen Ansprüche auf das Vermögen, soweit keine anderen Erben zu berücksichtigen sind.

Erst bei der Verteilung der Erbschaft wird dann berücksichtigt, was Sie und Ihr Bruder bereits zu Lebzeiten Ihres Vaters auf Anrechnung an den Erbteil erhalten hatten. Diese Erbvorbezüge sind dann auszugleichen (art. 626 ff. ZGB) bzw. zur Wahrung Ihrer jeweiligen Pflichtteilsansprüche (je 3/8) entsprechend herabzusetzen (Art. 527 ZGB).

BEISPIEL OHNE TESTAMENT / ERBVERTRAG:
Konkret bedeutet das Folgendes: Hinterlässt Ihr Vater ein Vermögen von CHF 200'000.-, so werden diesem Vermögen grundsätzlich die Erbvorbezüge (CHF 250'000 bzw. 126'000.-) hinzugerechnet. Der zu teilenden Nachlass betrüge dann fiktiv CHF 576'000.-. Dieser Betrag wird dann entsprechend dem Testament/Erbvertrag oder gemäss Gesetz zwischen Ihnen und Ihrem Bruder geteilt und davon die jeweiligen Erbvorbezüge in Abzug gebracht. Im Beispiel hätten Sie dann einen Anspruch auf (CHF 288'000 - 126'000) CHF 162'000.-, Ihr Bruder auf (CHF 288'000 - 250'000) CHF 38'000.-, sodass Sie beide unter Berücksichtigung der Erbvorbezüge gleichviel erhalten haben.

Falls ein Testament besteht, haben Sie mindestens Anspruch auf Ihren Pflichtteil, wobei je nach Anordnung Ihres Vater Ihr Bruder auch mehr als bekommen dürfte, aber den Anspruch auf den gleichen Pflichtteil wie Sie hat.

BEISPIEL MIT TESTAMENT / ERBVERTRAG
Im Beispiel betrüge Ihr Pflichtteil bzw. der Pflichtteil Ihres Brudes 3/8 v. 576'000, also CHF 216'000.-. Berücksichtigt man wiederum die Erbvorbezüge, so hätten Sie noch Anspruch auf Zahlung von CHF 90'000.-, Ihr Bruder hat keinen Anspruch mehr, weil er schon mehr als seinen Pflichtteil bezogen hatte.

Eine andere Frage ist, ob Ihr Bruder jetzt, zu Lebzeiten Ihres Vaters, dessen Vermögen verwalten darf und falls ja, ob er dies auch nicht zu seinen Gunsten ausnutzt. Ihr Vater müsste Ihren Bruder bevollmächtigt haben, damit Ihr Bruder wirksam das Vermögen Ihres Vaters antatsten darf. Was Ihr Bruder zu seinen Gunsten verwendet, unterliegt ebenfalls wieder der Ausgleichung, wie im obigen Beispiel. Wenn das Geld aber für Ihren Vater verwendet wird, geht dies zu Lasten des Nachlasses.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Sie zur Zeit keinen Anspruch auf Ausgleich der Differenz zwischen den Erbvorbezügen geltend machen können. Erst nach dem Ableben Ihre Vaters entsteht der Anspruch, wobei bei der Berechnung dann die bereits bezogenen Leistungen Im Rahmen der Ausgleichung bzw. Herabsetzung grundsätzlich Berücksichtigung finden, soweit Ihr Vater nicht etwas anders angeordnet hat.

Was die Vermögensverwaltung durch Ihren Bruder angeht, sind Ihnen grundsätzlich die Hände gebunden, solange Ihr Bruder das Vermögen Ihres Vaters mit Vollmacht verwaltet und er das Geld nicht offensichtlich verschwendet.

Ich hoffe, Ihnen mit dieser Auskunft weitergeholfen zu haben. Bitte vergessen Sie nicht, meine Antwort zu akzeptieren, indem Sie unter meiner Antwort auf das grüne Feld „Akzeptieren“ klicken. Ausserdem können Sie in der Rubrik Bewertungen eine Qualitätsbeurteilung abgeben und wenn Sie mit der Behandlung Ihrer Frage besonders zufrieden waren, meine Antwort sogar mit einem Bonus belohnen.

Mit freundlichen Grüssen

RA Aschwanden
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Experte:  Advokaturbüro hat geantwortet vor 5 Jahren.
Reicht der Nachlass nicht mehr aus, um Ihren Ausgleichsanspruch zu sichern, haben Sie grundsätzlich einen Ausgleichsanspruch gegenüber Ihren Bruder:

Beträgt der Nachlass beim Ableben Ihres Vater z.B. noch CHF 4'000.-, so beträgt der fiktive Nachlass CHF 380'000.-. Folglich beträgt der Erbteil von Ihnen bzw. Ihres Bruder CHF 190'000.-. Sie würden in diesem Fall die CHF 4'000,- aus dem Nachlass gekommen und hätten gegenüber Ihrem Bruder ein Ausgleichungs- bzw. Herabsetzungsanspruch in Höhe von CHF 60'000.-. Dies gilt immer unter dem Vorbehalt, dass Ihr Vater die Erbvorbezüge nicht ausdrücklich von der Anrechnung an den Erbteil ausgeschlossen hat.

Mit freundlichen Grüssen

RA Aschwanden

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