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Advokaturbüro
Advokaturbüro, Rechtsanwalt, LL.M.
Kategorie: Schweizer Recht
Zufriedene Kunden: 3825
Erfahrung:  Gebiete des Schweizer Zivilrechts, v.a. allgemeines und besonderes Vertragsrecht, Erbrecht, Gesellschaftsrecht, SchKG
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Akte Parmalat Creidt Suisse hat den eigenen Kunden eine Entsch digung

Kundenfrage

Akte Parmalat
Creidt Suisse hat den eigenen Kunden eine Entschädigung für nachlässige Beratung im Falle Parmalat als Schlichtung angeboten. als UBS Kunde möchte ich wissen inwieweit die Entschädigungsprinzipien con CS auf UBS übertragbar sind.
Gepostet: vor 6 Jahren.
Kategorie: Schweizer Recht
Experte:  Advokaturbüro hat geantwortet vor 6 Jahren.
Sehr geehrte(r) JustAnswer-Nutzer(in)

Aufgrund Ihrer Angaben kann ich Ihre Frage mit folgender Rechtsauskunft beantworten:

Die spektakuläre Pleite des italienischen Parmalat-Konzerns ist soweit ersichtlich zumindest auf strafrechtlicher Ebene abgeschlossen.

Die Credit Suisse war zwar ursprünglich ebenfalls im Visier des Involvenzverwalters der Parmalat, gehört aber nicht zum Bankenkonsortium, das von den rund 35'000 Kleinanlegern Zivilrechtlich auf Schadenersatz verklagt wird. Viele dieser Verfahren wurden aber ohne Urteil eingestellt.

Gegen die UBS, Morgan Stanley und die Deutsche Bank hingegen laufen meines Wissens hingegen noch immer Zivilverfahren auf Schadenersatz.

Die Vergleichspraxis der CS ist vor diesem Hintergrund zu sehen; aus meiner Sicht ist es keine rechtliche, sondern eine strategische Frage. Bis heute hat die CS öffentlich jede Haftung abgelehnt und wohl nicht zuletzt mit dem Abschluss von aussergerichtlichen Vergleichen verhindern können, dass gegen sie geklagt wurde.

Die UBS hingegen wird die letzten Zivilurteile abwarten, bevor sie durch Vergleiche wenigstens implizit eine Haftung eingesteht. Natürlich steht es der UBS frei, solche Vergleiche inkl. Vereinbarung über Stillschweigen abzuschliessen. Offenbar fährt die UBS aber die Strategie, mit einem Obsiegen im Schadenersatzprozess sämtliche Entschädigungsbegehren auch ohne Vergleich abzuwürgen.

Beratungsfehler muss der Anleger natürlich beweisen. Ob solche vorliegen, ist in jedem Einzelfall zu untersuchen. Ist die UBS nicht zur Einigung bereit, bleibt nur noch der Gerichtsweg, wobei bisher nicht geltend gemachte Ansprüche inzwischen verjährt sein dürften.

Ich hoffe, Ihnen mit dieser Auskunft weitergeholfen zu haben. Bitte vergessen Sie nicht, meine Antwort zu akzeptieren, indem Sie unter meiner Antwort auf das grüne Feld „Akzeptieren“ klicken. Ausserdem können Sie in der Rubrik Bewertungen eine Qualitätsbeurteilung abgeben und wenn Sie mit der Behandlung Ihrer Frage besonders zufrieden waren, meine Antwort sogar mit einem Bonus belohnen.

Mit freundlichen Grüssen

RA Aschwanden
Kunde: hat geantwortet vor 6 Jahren.
Welche Verjährungfrist trifft in diesem Falle zu ? Genügt ein Briefwechsel um diese zu unterbinden - verlängern oder muss Formales unternommen werden. Mein Standpunkt ist dass UBS wusste dass Parmalat insolvent war und hat mir trotzdem Obligationen ins Depot "aufgeschwatzt " dies in Juni 2001. Ich habe mitgeklagt im Strafverfahren welches in Mailand in die zweite instanz geht und UBS auch betroffen ist.
Experte:  Advokaturbüro hat geantwortet vor 6 Jahren.
Je nach Anspruchsgrundlage (Vertrag oder Delikt) gilt nach Schweizer Recht eine 10-jährige bzw. 1-jährige Verjährungsfrist (vgl. Art. 60 bzw. 127 OR).
Entscheidend ist zunächst, ob Ihr Anspruch überhaupt Schweizer Recht unterliegt.

Dies entscheidet sich nach den vertraglich getroffenen Vereinbarungen bzw. nach Deliktsort.

Bei der deliktischen Haftung nach Art. 41 OR, ersetzt zudem die strafrechtliche Verjährungsfrist die zivilrechtliche nach Art 60 Abs. 2 OR.

Die Verjährungsfristen können nach Schweizer Recht unterbrochen werden (vgl. Art. 135 OR). Ein Briefwechsel reicht dazu in keinem Fall aus, sofern der Belangte nicht ausdrücklich auf die Verjährung verzichtet hat.

Nach Schweizer Recht kommt zur Verjährungsunterbrechung die Betreibung oder Klageerhebung in Betracht. Grundsätzlich kann auch die Klageerhebung im Ausland eine nach Schweizer Recht zu bestimmende Verjährungsfrist unterbrechen. Nachdem Sie Mitkläger im Prozess in Mailand sind, könnte die Verjährungsfrist in Ihrem Fall durchaus bereits mindestens einmal unterbrochen worden sein. Zu beachten ist allerdings, dass die Verjährungsfrist wieder weiterläuft, wenn ein Urteil vorliegt.

Ob und allenfalls wie sich die Klage und nun das zweitinstanzliche Verfahren in Mailand auf Ihre (Schadenersatz-)Ansprüche und insbesondere auf deren Verjährung auswirkt, kann ich allerdings abstrakt nicht abschliessend beurteilen und erforderte eine umfangreiche Prüfung des ganzen Falls, die den Rahmen dieses Forums sprengen würde.

Ich rate Ihnen deshalb, sich an die Sie vertretenden Anwälte im Prozess in Mailand zu wenden.

Ich hoffe, Ihnen trotz der sehr komplexen Sachlage Ihnen damit weitergeholfen zu haben und wünsche Ihnen viel Erfolg bei der Durchsetzung Ihrer Ansprüche in Mailand. Bitte vergessen Sie nicht, meine Antwort zu akzeptieren, indem Sie unter meiner Antwort auf das grüne Feld „Akzeptieren“ klicken. Ausserdem können Sie in der Rubrik Bewertungen eine Qualitätsbeurteilung abgeben und wenn Sie mit der Behandlung Ihrer Frage besonders zufrieden waren, meine Antwort sogar mit einem Bonus belohnen.

Mit freundlichen Grüssen

RA Aschwanden
Advokaturbüro und weitere Experten für Schweizer Recht sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 6 Jahren.
Sehr geehrter Herr RA Aschwanden

Vielen Dank für die ergänzenden Infos. Ihrem Ratschlag gemäß werde ich mich an meinem Ital. Anwalt wenden. Dieser sagte aber er benötige einen lokalen Partner. Darf ich um Ihre Adresse bitten.
MfG
L.G. R e s e t t a
Experte:  Advokaturbüro hat geantwortet vor 6 Jahren.
Besten Dank und alles Gute!