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Advokaturbüro
Advokaturbüro, Rechtsanwalt, LL.M.
Kategorie: Schweizer Recht
Zufriedene Kunden: 3825
Erfahrung:  Gebiete des Schweizer Zivilrechts, v.a. allgemeines und besonderes Vertragsrecht, Erbrecht, Gesellschaftsrecht, SchKG
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am 7. Dezember 2011 ist von einer Liegenschaft in Schaffhausen

Kundenfrage

am 7. Dezember 2011 ist von einer Liegenschaft in Schaffhausen Schnee und Eis vom Dach gefallen und hat mein Auto beschädigt. Es ist ein Schaden von Fr. 1028.75 entstanden. Der Hausbesitzer hat den "Fall" der Gebäudeversicherung angemeldet (Mobiliar). Die lehnen eine Zahlung mit der Begründung ab, dass die gesetzlichen Vorkehrungen (Schneeschutz auf dem Dach) getroffen wurden. Wie Figura zeigt aber eben nicht nachhaltig, sonst wäre das Eiws nicht runtergefallen. Mit dem Hausbesitzer konnen wir uns nicht einigen, er lehrnt jede Haftung ab. Ich empfinde das eine Ungerechtigkeit. Was kann ich tun?
Danke XXXXX XXXXX und zuverlässige Auskunft.
Freddy J. Angstmann
Gepostet: vor 6 Jahren.
Kategorie: Schweizer Recht
Experte:  RAKRoth hat geantwortet vor 6 Jahren.

Sehr geehrter Ratsuchender,


vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich auf der Grundlage der von Ihnen gemachten Angaben wie folgt beantworte:


Wenn die Versicherung des Verursachers nicht zahlt, müssen Sie den Grundstückseigentümer in die Haftung nehmen.

Wenn jedoch nachweisbar ist, dass dem Grundstückseigentümer hinsichtlich des Schneeschutzes auf dem Dach keine Sorgfaltspflichtverletzung zur Last fällt, könnte eine Haftung ausscheiden.


Ich hoffe, dass ich Ihnen in der Sache weiterhelfen konnte. Sie mögen meine Antwort bitte akzeptieren. Dies erfolgt in der Weise, in dem Sie auf den grünen Button „Akzeptieren“ klicken.

Experte:  Advokaturbüro hat geantwortet vor 6 Jahren.
Sehr geehrter Herr Angstmann

Ich muss die Auskunft meines Kollegen ergänzen. Im vorliegenden Fall handelt es sich um eine sog. Kausalhaftung, genau gesagt um die Werkeigentümerhaftung gemäss
Art. 58 OR Abs. 1
Der Eigentu¨mer eines Gebäudes oder eines andern Werkes hat den Schaden zu ersetzen, den diese infolge von fehlerhafter Anlage oder Herstellung oder von mangelhafter Unterhaltung verursachen.


Bei der Werkeigentümerhaftung handelt es sich um die schärfste einfache Kausalhaftung, weil dem Werkeigentümer (= Eigentümer des Gebäudes) gerade nicht der Entlastungsbeweis zu Verfügung steht, er habe die erforderliche Sorgfalt walten lassen!

Allerdings muss er auch nicht für jeden erdenklichen Schaden einstehen, der von seinem Gebäude ausgeht. Es wird im Einzelfall darauf abgestellt, was technisch machbar und für den Werkeigentümer noch im Bereich des Zumutbaren gewesen wäre. Dabei werden auch die Kosten gegen den Nutzen abgewägt. Allerdings genügt grundsätzlich die Beachtung des allgemein Üblichen nicht.

Nach meiner Ansicht, hätte der Werkeigentümer den Parkplatz ohne weiteres absperren und so eine Beschädigung Ihres Autos verhindern können (vgl. auch den Entscheid des Bundesgerichts, BGE 118 II 36 ff.:
http://www.bger.ch/index/juridiction/jurisdiction-inherit-template/jurisdiction-recht/jurisdiction-recht-leitentscheide1954-direct.htm

Die Gerichte berücksichtigen aber bei der Festsetzung des Umfangs der Haftung auch das Selbstverschulden des Geschädigten. Je nach Umständen müssen Sie gegebenenfalls mit einer Kürzung rechnen, weil Sie die Gefahr von Dachlawinen möglicherweise hätten erkennen müssen. Dem Eigentümer wiederum wäre wohl durchaus auch zuzumuten gewesen, Warnhinweise wie "Achtung: Dachlawinen" anzubringen.

Vor diesem Hinterund empfehle ich Ihnen, die Sache noch nicht aufzugeben und mit der Versicherung des Werkeigentümers oder mit ihm selber einen Kompromiss einzugehen. In der Regel ist gerade die Mobiliar-Versicherung bei Hartnäckigkeit dazu bereit. Angesichts des doch geringen Schadens lohnt sich eine gerichtliche Auseinandersetzung eher nicht.

Ich hoffe, Ihnen mit dieser Auskunft weitergeholfen zu haben.

Mit freundlichen Grüssen

RA Aschwanden
Advokaturbüro, Rechtsanwalt, LL.M.
Kategorie: Schweizer Recht
Zufriedene Kunden: 3825
Erfahrung: Gebiete des Schweizer Zivilrechts, v.a. allgemeines und besonderes Vertragsrecht, Erbrecht, Gesellschaftsrecht, SchKG
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