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Advokaturbüro
Advokaturbüro, Rechtsanwalt, LL.M.
Kategorie: Schweizer Recht
Zufriedene Kunden: 3825
Erfahrung:  Gebiete des Schweizer Zivilrechts, v.a. allgemeines und besonderes Vertragsrecht, Erbrecht, Gesellschaftsrecht, SchKG
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Advokaturbüro ist jetzt online.

Ich m chte gern wissen, wie der Unterhalt bei einer Scheidung

Kundenfrage

Ich möchte gern wissen, wie der Unterhalt bei einer Scheidung ausgerechnet wird und ob es dabei eine Rolle spielt, wenn ich Schwanger mit meinem Freund bin. Wir haben unsere Ehe in der ungefähr 2 Jahren sehr locker geführt, mit getrennten Schlafzimmern. Da denn Altersunterschied 22 Jahre ist und mein Mann wollte nichts ändern. Jetzt bin ich aber ausgezogen seit 3 Monaten und wurde Schwanger. Mein Mann weiss nichts davon, will sich trotzdem so schnell,wie möglich scheiden lassen... Habe ich trotzdem Anrecht an ein Unterhalt ? Da ich einige gesundheitliche Probleme in der letzten Monaten hatte, möchte ich das Baby gern behalten
Gepostet: vor 5 Jahren.
Kategorie: Schweizer Recht
Experte:  Advokaturbüro hat geantwortet vor 5 Jahren.
Sehr geehrte JustAnswer-Nutzerin

Anhand Ihrer Informationen kann ich Ihnen folgende, allgemeine Rechtsauskunft erteilen:

Die Berechnung des nachehelichen Unterhalts (sog. Ehegattenunterhalt) ist eine immer wieder stark umstrittene Streitfrage zwischen scheidungswilligen Eheleuten. Selbst wenn ich konkrete Zahlen von Ihnen hätte, könnte ich keinen Unterhaltsbetrag nennen, sondern nur die allgemeinen Regeln zur Berechnung erklären und allenfalls einen Näherungswert bestimmen.

Um eine Scheidung durchzuführen und ihre Folgen zu regeln, gibt es grundsätzlich zwei Möglichkeiten:

Scheidungskonvention

Manchmal sind sich die Eheleute über die Scheidung und ihre Folgen einig. In diesem Fall ist es üblich, dass die Ehegatten mit einem Scheidungsmediator, selbst oder zusammen mit dem Gericht eine Scheidungskonvention ausarbeiten. Dabei sind die Eheleute grundsätzlich frei, die Höhe des Scheidungsunterhalts festzulegen.
Entscheidung des Gerichts

Entscheid des Gerichts durch Urteil
Leider kommt es häufig vor, dass sich die Eheleute über die Folgen der Scheidung nicht selber einigen können. Dann entscheidet das Gericht, ob und gegebenfalls in welcher Höhe ein Beitrag zu leisten ist. Dazu berücksichtigt das Gericht die Kriterien von Art. 125 ZGB:
  • Aufgabenteilung während der Ehe
  • Dauer der Ehe
  • Lebensstellung während der Ehe
  • Alter und Gesundheit der Ehegatten
  • Einkommen und Vermögen der Ehegatten
  • Umfang und Dauer der von den Ehegatten noch zu leistenden Betreuung der Kinder
  • berufliche Ausbildung und Erwerbsaussichten der Ehegatten, sowie den Aufwand zur Wiedereingliederung ins Berufsleben der anspruchsberechtigten Person
  • die zu erwartenden Altersrenten (AHV, Pensionskasse, u.ä.)
Als Faustregel wurde früher teilweise auch die sogenannte "Drittelsregel" zur Hilfe genommen, wonach der nicht erwerbstätige Ehegatte ein Drittel vom Einkommen des anderen beanspruchen können sollte. D.h. waren Sie nicht erwerbstätig und verdiente Ihr Mann z.B. CHF 6‘000.-, hätten Sie nach dieser Regel ca. CHF 2‘000.- erhalten. Diese Faustregel dürfte allerdings in Ihrem Falle wohl nicht angewendet werden, da die Ehe sehr kurz war. Aufgrund des grossen Altersunterschieds vermute ich zudem, dass ein Gericht zum Schluss kommen könnte, dass es Ihnen zumutbar wäre, eine Erwerbstätigkeit aufzunehmen.

In jedem Fall wird auch das (betreibungsrechtliche) Existenzminimum berücksichtigt, das je nach Kanton unterschiedlich hoch ist. Vgl. z.B. zur Berechnung des Existenzminimums im Kanton Zürich:
http://kreisschreiben.gerichte-zh.ch/zrp/entscheide/kreisschreiben_og.nsf/wViewContent/C125770D00339FC5C125763B00351DCA/$File/20090916-VU090099.pdf
Hier wird im Prinzip geschaut, wieviel die Eheleute jeweils verdienen. Was das monatliche Existenzminimum übersteigt, wird grundsätzlich geteilt.

Arbeitet einer der Ehegatten nicht, wird berücksichtigt, wie viel er hypothetisch aufgrund seiner Ausbildung etc. arbeiten und verdienen könnte. Aufgrund des hohen Altersunterschieds zu Ihrem Mann, würde ein Gericht wohl davon ausgehen, dass sie grundsätzlich eine 100%-Stelle annehmen können.

Schwangerschaft
Für die Unterhaltsberechnung ist irrelevant, ob Sie eine aussereheliche sexuelle Beziehung eingegangen sind und ob daraus ein Kind entstanden ist. Selbst wenn Ihnen ein solches Verhalten moralisch zur Last gelegt werden könnte, hat es nach Schweizer Recht keinen direkten Einfluss auf die Scheidung und Ihre Folgen.

Für ein Kind hat grundsätzlich der leibliche Vater des Kindes aufzukommen. Nachdem das ungeborene Kind nicht von Ihrem Ehemann stammt, muss er allerdings auch nicht für dessen Unterhalt aufkommen. Wird das Kind noch während der Ehe geboren, so gilt es rechtlich zwar als Kind Ihres Ehemanns. Allerdings kann Ihr Ehemann die Vaterschaft anfechten, bzw. können Sie Ihren Freund als Vater eintragen lassen.

Immerhin könnte bei der Unterhaltsbemessung die Schwangerschaft indirekt berücksichtigt werden, als dass Ihnen in den ersten Jahren aufgrund der notwendigen Kinderbetreuung nicht zugemutet werden kann, eine Erwerbstätigkeit aufzunehmen, was bei der Berechnung des das Existenzminimum übersteigenden Teils berücksichtigt wird.

Clean Break

Heute gibt es – gerade bei kurzen Ehen – auch immer mehr die Tendenz des sogenannten „clean break“, d.h. dass keine Unterhaltsrente mehr festgesetzt wird, sondern nur noch eine Abfindung in Form einer einmaligen Zahlung (oder befristeten Ratenzahlung).

Zusammenfassung

Wie Sie sehen, wird für die Unterhaltsberechnung sehr viel anhand des Einzelfalls berücksichtigt. Der Unterhalt wird vom Gericht anhand der konkreten Umstände, der finanziellen Hintergründe etc. beurteilt

Aufgrund der kurzen Dauer Ihrer Ehe und aufgrund Ihres wohl noch jungen Alters, dürfte die Ehegattenrente nicht besonders hoch ausfallen, da ein Gericht wohl der Ansicht wäre, dass Ihnen die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit und je nach Ausbildung die selbständige Bestreitung Ihres Lebensunterhalts zugemutet werden kann. Zudem würde verlangt, dass Ihr Freund einen angemessenen Beitrag (zumindest für das noch ungeboren Kind) leistet.

In Ihrem Fall würde sich die letztgenannte Variante des „clean break“ sogar aufdrängen. Für das ungeborene Kind muss Ihr Freund aufkommen.

Es kann also gut möglich sein, dass Sie gar keinen oder nur einen geringen nachehelichen Unterhalt zugesprochen bekommen, sollte ein Gericht darüber entscheiden. Vor diesem Hintergrund empfiehlt es sich in Ihrem Fall, sich mit Ihrem Mann in einer Scheidungskonvention zu einigen.

Ich hoffe, Ihnen mit diesen Auskünften weitergeholfen zu haben.

Bitte vergessen Sie nicht, die Antwort zu akzeptieren.

Mit freundlichen Grüssen

RA Aschwanden
Advokaturbüro, Rechtsanwalt, LL.M.
Kategorie: Schweizer Recht
Zufriedene Kunden: 3825
Erfahrung: Gebiete des Schweizer Zivilrechts, v.a. allgemeines und besonderes Vertragsrecht, Erbrecht, Gesellschaftsrecht, SchKG
Advokaturbüro und weitere Experten für Schweizer Recht sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 5 Jahren.
Sehr geehrte Herr Aschwander,

die Ehe hat 13 Jahre gedauert nur die letzten Jahre haben wir getrennte Schlafzimmer Lösung gefunden, da diese eine gute Lösung für Kinder schien, dann kamen aber mehr Diskussionen über unsere Ansichten auf die WElt und wir waren einig dass unseren Altersunterschied auch grosse ROlle spielt.
Alter von meinem Mann ist 60 Jahre mein 38, dass wussten wir natürlich auch am Anfang aber es ist schwierig sich in dieser Situation zu versetzen. Das glaube ich, kann für beide sagen dazu hate ich mich von Medizin Bereich in Alternative Medizin Beruflich verändert und bei sehr gut ausgebildetem Chirurgen ist es ziemlich schwierige Situation. Das werden Sie sicher verstehen.
Ich möchte meinem Mann nicht verletzen mit dieser Schwangerschaftsgeschichte, auf andere Seite haben wir nächste Woche einen Termin bei einem CL Anwalt
was ich dazu gern wissen will ist, ob es einen Nachteil für mich ist, es auch zugeben oder ob ich es ohne Bedenken offen halten kann. Auf andere Seite möchte ich dieser Geschichte gar nicht mit meine Ehe zusammen binden.
Es ist mir klar das für das neue Baby sein leibliche Vater aufkommen muss.

Danke XXXXX XXXXX noch für dieser Antwort

P. Kengelbacher
Experte:  Advokaturbüro hat geantwortet vor 5 Jahren.
Sehr geehrte Frau Kengelbacher

Wenn die Ehe 13 Jahre gedauert hat, sieht die Sache natürlich hinsichtlich des Ehegattenunterhaltes etwas anders aus. Da Sie auch gemeinsame Kinder, kommen natürlich Sorgerechtsfragen und Kinderunterhalt dazu. Sind die Kinder minderjährig, muss auch eine Scheidungskonvention vom Richter genehmigt werden.

Dass Sie ausserdem eine Berufsausbildung haben, ist bei der Unterhaltsberechnung genauso zu berücksichtigen, wie Ihre Erfolgsaussichten auf eine gut bezahlte Anstellung im Medizinbereich. Beim CL-Anwalt wird konkret anhand von allen Unterlagen und Informationen geschaut, ob und auf welche Höhe man sich betreffend Unterhaltszahlung einigen kann.

Aus psychologischer und moralischer Sicht ist es natürlich mit der ausserehelichen Beziehung und der Schwangerschaft äusserst schwierig. Es könnte beispielsweise passieren, dass Ihr Mann sehr emotional reagiert und weniger kooperativ ist, wenn er von Ihrer ausserehelichen Beziehung und der Schwangerschaft erfährt. Seine Reaktion könnte dazu führen, dass eine einvernehmliche Scheidung (ohne Abwarten der Trennungsjahre, evtl. durch einvernehmliche Scheidungskonvention) nicht mehr möglich ist.
Abgesehen davon, können Sie rechtlich gesehen die Schwangerschaft grundsätzlich ohne negative Konsequenzen für Sie offen legen.

Ich kann Ihnen die Entscheidung, Ihrem Mann die Wahrheit zu sagen, natürlich nicht abnehmen. Bedenken Sie aber, dass früher oder später die Wahrheit ohnehin ans Licht kommt, wahrscheinlich sogar, bevor die Ehe einvernehmlich geschieden wurde. Vielleicht wäre es sinnvoll, wenn Sie zunächst den CL-Anwalt um Rat suchen, damit auch er seine weitere Beratung auch danach richten kann.

Ich hoffe, Ihnen damit weitergeholfen zu haben und wünsche Ihnen für die Zukunft alles Gute.

Mit freundlichen Grüssen

RA Aschwanden

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