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Kategorie: Österreichisches Recht
Zufriedene Kunden: 3166
Erfahrung:  Mediator
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Ich war vor kurzem mit meinem 9jährigem Sohn auf Urlaub in

Kundenfrage

Ich war vor kurzem mit meinem 9jährigem Sohn auf Urlaub in Ägypten-Hurghada. Die Reise haben wir über ETI gebucht. Uns wurde im Hotel Grand Resort vor Ort nahe gelegt, die Tagesausflüge ebenfalls über ETI abzuwickeln, weil man hier ausreichend versichert sei. Die Tagesausflüge über ETI waren erheblich teurer, als über andere Anbieter vor Ort. Trotzdem buchten wir jene über ETI, um in einem Versicherungsfall "auf der sicheren Seite zu stehen". Bei 2 (zwei) dieser Tagesausflügen (Delphintauchen und Schnorcheln) waren Fotografen anwesend. Diese boten uns an, den Tagesausflug bildlich mit einigen Fotos von uns als Erinnerung festzuhalten. Dafür verlangte jeder Fotograf jeweils 25Euro. Die Fotografen, welche für ETI arbeiteten, haben uns mündlich mehrmals versprochen und grantiert, dass unsere privaten Fotos (Im Bikini und Badehose) niemals an "Dritte" weitergegeben werden und wir einzig unsere eigenen Fotos bekommen werden und nicht die von anderen Passagieren, die ebenfalls diese Ausflüge mit uns machten. Nun habe ich zu Hause diese Fotos betrachtet von den Ausflügen, welche wir auf DVD bekamen und festgestellt, dass ALLE Fotos, sprich von allen Beteiligten, die uns fremde Personen waren , sich auf diesen DVD´s befinden. Eindeutig wird hier das "Recht am eigenen Bild" verletzt. Und ich bin deswegen so empört, weil ich genau das befürchtet hatte. Allerdings vertraute ich auf das versprochene Wort des Fotografen, das niemand unsere Fotos bekommt. Hinzu kommt, das es sich hier um sehr private Fotos handelt in Badekleidung (nacktheit) und es sind auch Fotos dabei von anderen Paaren die sich leidenschaftlich küssen (sexualität) usw. Ich möchte mich verteitigen und mich für mein Recht und das der anderen Betroffenen einsetzten. Weil dies ethisch und menschlich betrachtet ein Verbrechen darstellt und ein weit verbreitetes trauriges Phänomen unserer medialen Gesellschaft ist. Ich habe vor dem Urlaub eine Reiseversicherung abgeschlossen. Allerdings ist aus dem Vertrag diesbezüglich nichts eindeutiges herauszulesen. Nun weiß ich nicht wie ich vorgehen soll. Ich danke ***** ***** Vorhinein um Ihre Bemühungen.

Gepostet: vor 1 Monat.
Kategorie: Österreichisches Recht
Experte:  rebuero24 hat geantwortet vor 1 Monat.

Sehr geehrter Fragesteller,

zunächst wäre zu prüfen, ob auch Bilder von Ihrem Sohn und gegebenenfalls Ihnen an Dritte weitergegeben worden sind. Nur in diesem Fall hätten sie auch einen Anspruch gegen die Fotografen und gegebenenfalls auch gegenüber dem Reiseveranstalter.

Alleine die Weitergabe von Fotos Dritter an Sie ist für eine eigene Persönlichkeitsrechtsverletzung nicht ausreichend.

Insofern müsste überprüft werden, gegebenenfalls auch durch Kontaktaufnahme zu anderen Reisegästen, ob Fotos von Ihnen und Ihrem Sohn weitergegeben worden sind.

In diesem Fall hätten sie einen entsprechenden Unterlassungsanspruch gegenüber den Fotografen und, wenn diese von dem Reiseveranstalter beauftragt worden sind, auch gegen den Reiseveranstalter selbst, insbesondere wenn die Fotografen für den Reiseveranstalter gearbeitet haben.

Dann dürfte sich alleine aus dem Arbeitsvertrag zwischen Fotograf und Reiseveranstalter ein entsprechendes Haftungsverhältnis auch des Reiseveranstalters ergeben.

Neben dem Unterlassungsanspruch haben Sie möglicherweise auch einen Auskunftsanspruch dahingehend, wie viele dieser DVD produziert worden sind und an wen diese weitergegeben wurden.

Daneben könnte sich hieraus auch ein entsprechender Vernichtungsanspruch der bereits über gegebenen DVDs ergeben.

Schließlich kann Ihnen auch ein Schmerzensgeld und Schadensersatzanspruch zur Seite stehen, der sich aus dem Vorgehen der Fotografen ergeben kann.

Ich empfehle Ihnen hier einen Rechtsanwalt einzuschalten, der ihre Rechte gegenüber dem Reiseveranstalter vertritt und die oben genannten Ansprüche geltend macht.

Ob sich hier auch reiserechtliche Ansprüche ergeben, müsste man näher prüfen, dies bezweifle ich allerdings eher, da die Fotografen zwar im Rahmen der Reise die Lichtbilder aufgenommen haben, allerdings nicht die konkrete Reise verschlechtert haben bzw. die entsprechenden Vereinbarungen der Reise dadurch nicht eingehalten worden sind.

Die Reiseversicherung dürfte nur für solche Ansprüche gelten, die zum Beispiel Mängel der Reise entsprechend betreffen.

Hierüber wäre tatsächlich noch eine weitere Prüfung vorzunehmen.

Ich hoffe, dass ich ihre Fragen zunächst hilfreich beantwortet habe und Ihnen für ihr weiteres Vorgehen einige Denkanstöße gegeben habe.

Sollte Nachfragebedarf bestehen, können Sie sich jederzeit gerne an mich wenden.

Über eine anschließende positive Bewertung freue ich mich.

Viele Grüße

Christian Joachim
Rechtsanwalt