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RA Schröter
RA Schröter, Rechtsanwalt
Kategorie: Österreichisches Recht
Zufriedene Kunden: 7724
Erfahrung:  Studium des österreichischen Rechtes
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RA Schröter ist jetzt online.

Sehr geehrte Damen und Herren! Kann man eine Verzichtserklärung

Diese Antwort wurde bewertet:

Sehr geehrte Damen und Herren!

Kann man eine Verzichtserklärung (Erb- und Pflichtteil) widerrufen?

Vor 15 Jahren wurde ich (sowie einer meiner zwei Brüder und meine Schwester) ohne Aufklärung zum Unterschreiben der Verzichtserklärung "gezwungen". Ich habe mich vorher mit dieser Sache wegen des kurzfristigen Termines ( 1 Tag vorher) nicht auseinandersezten können und da ich einen sehr kranken Sohn hatte, ging das Ganze an mir vorbei.

Meine Eltern (um die 80 Jahre und noch leben) überschrieben notariell den Bauernhof sowie die Eigenjagd an meinen zweitältesten Bruder. Bereits als Hauptschüler arbeitete ich bis zu meiner Heirat (das sind ca. 12 Jahre) in meiner Freizeit fleißig am Bauernhof sowie im Forstbetrieb unentgeldlich mit. Immer wieder wurde mir vieles an Vererbungen (verschiedene Waldgrundstücke) versprochen. Geerbt habe ich einen kleinen Teil.

Meine Frage wäre bitte:
Kann ich nach so vielen Jahren noch etwas anfechten, wo ich doch die Verzichtserklärung unterschrieben habe?

Wäre Ihnen für eine Antwort sehr dankbar!

Mit freundlichen Grüßen

Huber

RA Schröter :



Sehr geehrte/r Ratsuchende/r,



vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich auf Grundlage Ihrer Angaben wie folgt beantworte:

1. Grundsätzlich kann die Verzichtserklärung mit Zustimmung der Erblasser aufgehoben werden.

2. Die Verzichtserklärung bedarf eines notariellen Aktes, so dass die Hürden für die Anfechtung sehr hoch sind. Sie müssen schon einen konkreten Irrtum über die Erklärung nachweisen, damit eine notarielle Verzichtserklärung aufgehoben werden kann.

3. D.h. Sie müssen bei einer Anfechtung der Verzichtserklärung schon vortragen, dass Sie sich trotz Belehrung des Notars über die Bedeutung und Wirkung der Erklärung im Unklaren waren. Aufgrund der langen Zeit wird dies sicherlich nicht einfacher.

4. Wenn Sie die Verzichtserklärung anfechten, sollten Sie im Vorfeld die damalige Verzichtserklärung unbedingt prüfen lassem, da Sie einen Anfechtungsgrund darlegen und begründen müssen.

RA Schröter :



Ich hoffe ich konnte Ihnen weiterhelfen.


Für eine positive Bewertung wäre ich dankbar (bitte einmal auf den entsprechenden Smiley unter meiner Antwort klicken).


Viele Grüße

RA Schröter und weitere Experten für Österreichisches Recht sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 4 Jahren.


Sehr geehrter Herr Schröter!


 


Danke für die rasche und informative Antwort.


 


Hätte bitte noch zwei Fragen:


 


1. In welcher Höhe wäre ich prozentuell pflichtteilsberechtigt vom Vermögen?


 


Mein Vater, der noch am Leben ist, hat vor 15 Jahren den Hof- und Forstbetrieb an meinen älteren Bruder überschrieben. Ich habe noch weitere 2 Geschwister.


 


2. Wäre mein Vater bzw. mein ältere Bruder verpflichtet gewesen, mir die geleisteten Arbeitsstunden der ca. 12 Jahre(hauptsächlich an Wochenenden und Urlaub) am Hof und Forstbetrieb (teils Schwerstarbeit) zu vergüten? Oder fällt dies unter "Kostgeld".


 


Mit freundlichen Grüßen


 


Huber

Vielen Dank für die Rückmeldung.

1. Der Pflichtteilsanspruch beträgt die Hälfte des Erbanspruches. Wenn ein Elternteil verstribt, ist der andere Ehegatte zu 50 % erbbrechtigt. Die vier? Kinder erben jeweils 12,5 %, so dass der Pflichtteil hieran 6,25 % beträgt. Verstirbt der letzte überlebende Ehegatte teilen sich die vier Kinder das Erbe mit jeweils 25 %. Der Pflichtteil beträgt danach 12,5 %.

2. Sicherlich haben Sie einen Anspruch auf eine Vergütung der geleisteten Arbeitsstunden. Allerdings ist der Vergütungsanspruch leider verjährt.

Viele Grüße