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RA Schröter
RA Schröter, Rechtsanwalt
Kategorie: Österreichisches Recht
Zufriedene Kunden: 7723
Erfahrung:  Studium des österreichischen Rechtes
33364821
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RA Schröter ist jetzt online.

Habe von der Polizei eine Vorladung wegen Schweren Betruges

Kundenfrage

Habe von der Polizei eine Vorladung wegen Schweren Betruges erhalten.
1. Was ist ein schwerer Betrug? Und mit was muß ich rechnen (im Internet steht Freiheitsstrafe von 1 bis zehn Jahre). Was bedeutet Freiheitsstrafe?

ZUm Delikt: Ich habe mir von der Firma geld sozusagen geliehen und aus Not gehandelt (Zahlungen usw.) Wollte dies aber auch gleich wieder zurückzahlen mit dem Gehalt was ich verdient habe wurde aber da erwischt.
Es geht (soweit ich weiß um knappe 2100, Euro.
Ich haeb dies auch dem Chef und auch Betriebsrat die bei der fristlosen Entlassung dabei waren gesagt, das ich dies zurückzahlen werde (wenn auch in Raten da ich jetzt AL beziehe).
Was muß ich da tun (zumindest bei der Vorladung)? Mit was muß ich rechnen.
Es war auch dsa erste Mal bin absolut straffrei und habe noch nie ein Delikt begangen.

bitte Danke
gerne auch antwort in [email protected]
Gepostet: vor 4 Jahren.
Kategorie: Österreichisches Recht
Experte:  RA Schröter hat geantwortet vor 4 Jahren.

RA Schröter :

Sehr geehrte/r Ratsuchende/r,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich auf Grundlage Ihrer Angaben wie folgt beantworte:

RA Schröter :

Aufgrund der Schwere des Vorwurfes sollten Sie sich einen Strafverteidiger zuziehen. Dies soll zunächst Akteneinsicht in die Ermittlungsakte nehmen und den Vorladungstermin verlegen oder absagen.

RA Schröter :

Der Vorwurf eines schweren Betruges muss neben den Voraussetzungen für einen Betrug noch folgende zusätzliche Merkmale erfüllen, die aus Ihren Angaben jetzt nicht so ersichtlich sind:

(3) In besonders schweren Fällen ist die Strafe Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren. Ein besonders schwerer Fall liegt in der Regel vor, wenn der Täter

1. gewerbsmäßig oder als Mitglied einer Bande handelt, die sich zur fortgesetzten Begehung von Urkundenfälschung oder Betrug verbunden hat,
2. einen Vermögensverlust großen Ausmaßes herbeiführt oder in der Absicht handelt, durch die fortgesetzte Begehung von Betrug eine große Zahl von Menschen in die Gefahr des Verlustes von Vermögenswerten zu bringen,
3. eine andere Person in wirtschaftliche Not bringt,
4. seine Befugnisse oder seine Stellung als Amtsträger mißbraucht oder
5. einen Versicherungsfall vortäuscht, nachdem er oder ein anderer zu diesem Zweck eine Sache von bedeutendem Wert in Brand gesetzt oder durch eine Brandlegung ganz oder teilweise zerstört oder ein Schiff zum Sinken oder Stranden gebracht hat.
RA Schröter :

Aus meiner Sicht liegt hier eine Unterschlagung oder ein einfacher Betrug vor, so dass mit einer Geld- und nicht mit einer Freiheitsstrafe (auf Bewährung) zu rechnen ist.

JACUSTOMER-arsgxh0w- :

Ein Fall der oben genannte Dinge liegt nicht vor da ich es nur aus Geldnot in meine Tasche geseckt habe.

RA Schröter :

Der Strafverteidiger wird angesicht der gezeigten Einsicht und der bisherigen teilweisen Schadenswiedergutmachung eine Geldstrafe unter 90 Tagessätzen anstreben, so dass kein Eintrag in das Bundeszentralregister und damit in das Führungszeugnis erfolgt.

RA Schröter :

Ich hoffe ich konnte Ihnen weiterhelfen und Ihnen einen ersten Überblick verschaffen.

Ich würde mich freuen, wenn Sie meine Antwort positiv bewerten, wenn Sie mit dieser zufrieden sind. Sollte meine Antwort Ihre Frage noch nicht vollständig beantworten oder Sie noch Fragen haben, fragen Sie nach ("Antworten Sie dem Experten") bevor Sie eine Bewertung abgeben.

Mit besten Grüßen

Marcus Schröter, MBA

Rechtsanwalt & Immobilienökonom

Zertifizierter Zwangsverwalter

JACUSTOMER-arsgxh0w- :

Was bedeutet Freiheitsstrafe auf BEwährung?

RA Schröter :

Vielen Dank für die Rückmeldung, leider verbunden mit einer negativen Bewertung (Habe Rückfragen)

Die Freiheitsstrafe wird nicht vollstrecht, dass heißt Sie müssen nicht ins Gefägnis. In der vom Gericht festgelegten Bewährungszeit darf aber keine weitere Strafe hinzukommen, da ansonsten die Aufhebung der Bewährung und die Vollstreckungs der Freiheitsstrafe droht.

RA Schröter :

Viele Grüße

RA Schröter :

Ich muss meine Ausführungen korrigieren. Es handelt sich hier nicht um eine Bewährung, sondern um eine bedingte Freiheitsstrafe. Das Ergebnis bleibt aber gleich. Die Freiheitsstrafe wird nicht vollstreckt.

Die Strafe richtet sich im Übrigen nach § 147 StGB, der aber nach Ihren Angaben nicht vorliegt.

(1) Wer einen Betrug begeht, indem er zur Täuschung

  1. eine falsche oder verfälschte Urkunde, ein falsches, verfälschtes oder entfremdetes unbares Zahlungsmittel, falsche oder verfälschte Daten, ein anderes solches Beweismittel oder ein unrichtiges Meßgerät benützt,
  2. ein zur Bezeichnung der Grenze oder des Wasserstands bestimmtes Zeichen unrichtig setzt, verrückt, beseitigt oder unkenntlich macht oder
  3. sich fälschlich für einen Beamten ausgibt, ist mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren zu bestrafen.
(1a) Ebenso ist zu bestrafen, wer einen Betrug mit mehr als geringem Schaden begeht, indem er über die Anwendung eines verbotenen Wirkstoffs oder einer verbotenen Methode nach der Anlage der Anti-Doping-Konvention, BGBl. Nr. 451/1991, zu Zwecken des Dopings im Sport täuscht.

(2) Ebenso ist zu bestrafen, wer einen Betrug mit einem 3 000 Euro übersteigenden Schaden begeht.

(3) Wer durch die Tat einen 50 000 Euro übersteigenden Schaden herbeiführt, ist mit Freiheitsstrafe von einem bis zu zehn Jahren zu bestrafen.

RA Schröter :

Sehr geehrte/r Ratsuchende/r,

soweit noch Nachfragen bestehen, stehe ich hier gerne weiterhin zur Verfügung. Habe ich Ihre Frage beantwortet, bin ich für eine positive Bewertung dankbar.

Vielen Dank und beste Grüße!