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troesemeier
troesemeier, Rechtsanwalt
Kategorie: Österreichisches Recht
Zufriedene Kunden: 192
Erfahrung:  selbständiger Rechtsanwalt
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troesemeier ist jetzt online.

Sind anonyme Chat Protokolle als Scheidungsgrund zul ssig

Kundenfrage

Mein Mann (74) hat mich (67) vor fünf Jahren wegen einer anderen Verlassen. Wir waren 35 Jahre verhairatet und haben vier gemeinsame Kinder - ich habe auch die beiden Kinder aus erster Ehe großgezogen und habe eine dementsprechend niedrige Pension. Wir haben eine Trennungsmediation gemacht in der er sich schriftlich verpflichtet hat mir die Miete in Höhe von 800 € monatlich zu bezahlen damit ich weiter in unserem Miethaus wohnen bleiben kann. Nun will er sich scheiden lassen und will die Schuld nicht anerkennen die mir ermöglichen würde nach seinem Ableben die Witwenpension und damit einen gesicherten Lebensabend zu sichern. Jetzt will er, dass ich schuldig geschieden werde und führt meine anonymen Chat Protokolle aus dem jahr 2003, die er sich aus einem Passwortgeschützten PC von mir runtergeladen und ausgedruckt hat als Scheidungsgrund an. Er hat ständig alles von mir kontrolliert, sowohl Chats, Mails als auch SMs auf meinem Handy. Ist das eigentlich rechtlich zulässig?


Ich sehe gerade, dass ich eigentlich an flscher Stelle bin - da meine Frage nicht das Arbeitsrecht betrifft. Wie komme ich trotzdem zu einer antwort?

Gepostet: vor 6 Jahren.
Kategorie: Österreichisches Recht
Experte:  Guests hat geantwortet vor 6 Jahren.
Sehr geehrte Ratsuchende!

Danke für Ihre Frage. Darf ich Sie noch fragen, was in den Chatprotokollen steht?

Mit besten Grüßen
Isabelle Pellech
Kunde: hat geantwortet vor 6 Jahren.
manche der Chatprotokolle haben sexuellen Inhalt - ich habe aber anonym gechattet - also nicht unter meinem richtigen Namen. Habe den Chat auch als Therapieersatz genutzt und über die sexuellen Probleme und auch andere Probleme die ich mit meinem Mann und auch so hatte gesprochen. Ich habe mich mit zweien der Chatpartner auf einen Kaffee getroffen. Angeblich hätte ich auch gesagt, dass ich meinen Mann betrogen hätte. Was ich mir nicht vorstellen kann weil es nicht stimmt. Aber das war 2003 und ich kann mich nicht mehr daran erinnern mit wem und was ich alles gechattet habe. Wir haben uns 2005 versöhnt und anschließend hat mein Mann eine andere Frau kennengelernt und hat mich ihretwegen verlassen. Kann man Chatprotokolle eigentlich manipulieren - also was reinschreiben was vorher nicht drinnen stand?
Experte:  Guests hat geantwortet vor 6 Jahren.
Liebe Frau Ratsuchende!

Die Antwort auf Ihre Frage ist nicht ganz einfach zu geben. Es kommt im Wesentlichen darauf an, ob die Chatprotokolle mit dem Wesen der Ehe vereinbar sind. Bei sexuellen Inhalten und bei der Schilderung von sexuellen Problemen gegenüber Fremden wird sich die Frage stellen, ob damit nicht ein Vertrauen im Rahmen einer Ehe missbraucht wurde.
Letztlich wird sich das relativieren, weil Sie anonym gechattet haben. Die Mitteilung von Intimitäten an Dritten kann grundsätzlich eine Eheverfehlung darstellen, was vielleicht wiederum zu relativieren ist, wenn Sie anonym gechattet haben.
Umgekehrt kann aber auch das Nachspionieren durch Ihren Ehemann, etc. eine schwere Eheverfehlung darstellen.
Sie können jedenfalls entgegen halten, dass Sie sich im Jahr 2005 versöhnt haben und insofern jedenfalls eine Verzeihung erfolgt ist, das aber nur für den Fall, dass es sich um eine schwere Eheverfehlung handeln sollte. Das Vorliegen einer schweren Eheverfehlung Ihreseits sollten Sie jedenfalls weiter bestreiten.Insofern sollten Sie auch bestreiten Ihren Mann betrogen zu haben. Vor allem wenn Sie befürchten, dass die Chatprotokolle manipuliert sind, sollten Sie deren Echtheit und Richtigkeit im Verfahren jedenfalls bestreiten. Allenfalls müsste ein Gutachter bestellt werden.

Zusammenfassen könnten die Protokolle im Verfahren vom Gericht als Eheverfehlung gewertet werden.

Ich hoffe Ihre Frage beantwortet zu haben und bitte Sie die Antwort zu akzeptieren.

Mit freundlichen Grüßen
Isabelle Pellech
Kunde: hat geantwortet vor 6 Jahren.
mein Mann hat sämtliche Mails von mir gelesen, auch meine SMS die auf dem Handy waren sowie eben diese Chatprotokolle. Merkwürdig ist nur, dass er bei unserer Trennung in seinen Notizen für den Rechtsanwalt, zwar Männerbekanntschaften von mir angegeben hat, gleichzeitig aber schrieb, dass er nicht glaube dass sie sexuell wären. Deshalb glaube ich, dass die Protokolle manipuliert sind, denn sonst hätte er das doch schon vor fünf Jahren bei unserer Trennungsmediation angeführt, wo er dann eine Trennungsvereinbarung akzeptierte und unterschrieb. Grundsätzlich verstehe ich nicht, wieso anonymes Chaten mit sexuellem Inhalt und anonymen Partnern als Eheverfehlung angesehen wird und ansehen von Pornoheften und -Filmen nicht. Ich finde es erniedrigend für eine Frau, wenn ihr Mann das tut und anschließend zu ihr kommt. Was meinen Sie rechtlich gesehen dazu? Danke für Ihre Antwort

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