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troesemeier
troesemeier, Rechtsanwalt
Kategorie: Österreichisches Recht
Zufriedene Kunden: 192
Erfahrung:  selbständiger Rechtsanwalt
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troesemeier ist jetzt online.

Mein verwitweter Bruder hat vor etwa einem Jahr eine Frau aus

Kundenfrage

Mein verwitweter Bruder hat vor etwa einem Jahr eine Frau aus dem Kosovo geheiratet. Als diese dann im Herbst nach Österreich kam und merkte, dass ihr der Alltag zuviel war (mein Bruder hat nämlich drei Kinder mit seiner ersten verstorbenen Frau) und sie mit all dem nicht zurechtkam, trennten sich die beiden und sie reiste freiwillig in ihr Heimatland zurück. Kurz darauf reichte mein Bruder die Scheidung ein und schickte ihr die Papiere hinunter in den Kosovo. Nun weigert sich die Frau jedoch, die Scheidungspapiere zu unterschreiben, stattdessen nutzte sie die Gelegenheit, um wieder zurück nach Österreich zu kommen, das ihr Aufenthaltsvisum ja noch bis Mitte August 2011 gültig ist. Sie ist nun seit etwa zwei Wochen wieder hier und lebt zur Zeit bei ihrer Tante in Baden.

Meine Fragen lauten nun:
Wie lange dauert es, bis mein Bruder geschieden wird, falls seine Nochehefrau nicht unterschreibt?
Wird er überhaupt geschieden, wenn nicht beide Parteien einwilligen?
Muss er Unterhalt für sei zahlen, auch wenn sie getrennt leben?
Muss er ihr Visum wirklich verlängern (denn offenbar war dies der einzige Grund, warum sie meinen Bruder geheiratet hat.)?

Ich würde mich sehr über eine prompte Antwort freuen.

Mit freundlichen Grüßen
Alpina Gjoklaj
Gepostet: vor 6 Jahren.
Kategorie: Österreichisches Recht
Experte:  Guests hat geantwortet vor 6 Jahren.
Sehr geehrte Ratsuchende!

Ich fürchte, dass die Darstellung des Gesamtsachverhalts und die Antwort dieses Forum sprengen würde, ich hoffe Ihnen trotzdem einen Überblick geben zu können.

Ihr Bruder hat die Scheidung eingereicht. Bedeutet das, dass er eine Scheidungsklage wegen Verschuldens eingebracht hat? Grundsätzlich kann bereits der Auszug aus der gemeinsamen Ehewohnung durch die Ehegattin eine schwere Eheverfehlung darstellen, so dass ich eine Scheidung auch gegen den Willen der Ehegattin für durchaus denkbar halte. Sofern Ihr Ehegatte eine Scheidungsklage wegen Verschuldens eingebracht hat, läuft dies auf eine gerichtliche Entscheidung hinaus und setzt daher nicht das Einvernehmen der Ehepartner voraus.
Die Frage eines Unterhaltsanspruchs kann ich seriös hier nicht beantworten. Dieser hängt von vielen Gründen, vor allem aber von der Art der Scheidung ab. Bitte beachten Sie, dass alleine die Einbringung einer Scheidungsklage den Unterhaltsanspruch bzw. die Aufteilung des ehelichen Gebrauchsvermögens und der ehelichen Ersparnisse noch nicht regelt.

Warum sollte Ihr Bruder sich um den Visumsantrag seiner Ehefrau kümmern müssen? Diesbezüglich empfehle ich, dass Ihr Bruder sich das noch einmal von seinem Anwalt erklären lässt.

Sollte Ihr Bruder hingegen bisher nur eine einvernehmliche Scheidung angestrebt haben, dann müsste seine Ehefrau in die Scheidung einwilligen und sie müssten alle Scheidungsfolgen wie insb. einen möglichen Unterhaltsanspruch, die Aufteilung des ehelichen Gebrauchsvermögens und der ehelichen Ersparnisse, etc. selbst regeln.

Wie lange die Scheidung dauert, hängt wiederum von der Art der Scheidung ab und auch ob beide Ehepartner sich scheiden lassen wollen.

Ich hoffe Ihnen einen ersten Einblick gegeben zu haben.

Mit freundlichen Grüßen
Isabelle Pellech