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troesemeier
troesemeier, Rechtsanwalt
Kategorie: Österreichisches Recht
Zufriedene Kunden: 192
Erfahrung:  selbständiger Rechtsanwalt
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troesemeier ist jetzt online.

Ich will mich von meiner Frau (zwei erwachsene Kinder 18 und

Kundenfrage

Ich will mich von meiner Frau (zwei erwachsene Kinder 18 und 20 Jahre alt) trennen und es ist bekannt dass ich es wegen einer anderen Frau tue, die Grundlage ist aber in erster Linie ihre emotionale Kälte und die volle Konzentration auf die Kindeer. Meine Frau hat mir gesagt ich soll meine Sachen abholen und ausziehen. Jetzt stellt sie es so dar als ob ich von selbst gegangen wäre. Hat das eine Relevanz in Bezug auf die Unterhaltspflicht der Kinder (eine studiert bereits die andere beginnt damit nächstes Jahr). Meine Frau teilte mir mit ich habe ca 20% pro Kind als Unterhalt zu leisten (wären also 40%) und die Kinderbeihilfe bekommt meine Frau logischerweise noch dazu (ist aber klar). Obwohl meine Frau besser verdient als ich entsteht bei dieser "rechtlichen" Variante ein Verhältnis, es würden mir defakto 1500,- Netto bleiben, meine Gattin würde mit den beiden Kindern inkl meines Unterhalts auf 4.500,-- kommen. Ist das rechtlich richtig und habe ich keinen Anspruch aus der gemeinsamen Wohnung (Wert von ca 100.000,-- ) Mit der Bitte um eine kurze rechtlich Beurteilung
Gepostet: vor 6 Jahren.
Kategorie: Österreichisches Recht
Experte:  Guests hat geantwortet vor 6 Jahren.
Sehr geehrter Herr Ratsuchender!

Wenn ein wesentlicher Grund für die Trennung eine andere Frau ist, könnte Ihre Frau versuchen, die Scheidung auf dem Gerichtsweg einzureichen und vorzubringen, dass diese andere Frau der Grund für die Zerrüttung der Ehe ist. Auch Gefühlskälte etc. kann grundsätzlich eine schwere Eheverfehlung sein, die zur Zerrüttung der Ehe führen kann, wird aber grundsätzlich schwerer belegbar sein. Bei aufrechter Ehe besteht grundsätzlich auch eine Verpflichtung zu gemeinsamem Wohnen, so dass Ihnen ein Auszug aus der gemeinsamen Ehewohnung ebenfalls vorgeworfen werden könnte. Folge einer Verschuldensscheidung wäre, wenn ein Ehegatte allein oder überwiegend als schuldig angesehen wird, dass der andere Ehegatte, sofern er nicht oder nicht ausreichend für sich selbst sorgen kann, Anspruch auf Unterhalt hat. Offensichtlich ist Ihre Frau aber ohnehin berufstätig, so dass dieses Problem bezüglich des Unterhalts entschärft scheint.

Sobald Sie ausziehen, haben Ihre Kinder einen Anspruch auf Unterhalt in Geld, vorher war dieser gegenüber beiden Elternteilen in natura. Dieser wird grundsätzlich anhand de monatlichen Nettoeinkommens berechnet. Letzteres wird unter Einbeziehung des 13. und 14. Monatsentgelts ermittelt, geteilt durch 12 ermittelt. Ab dem 15 Lebensjahr wird der Unterhaltsanspruch eines Kindes mit 22% gerechnet. Für jedes weitere Kind über 10 Jahren 2% abgezogen werden. Die Familienbeihilfe wird (teilweise) in bestimmten Umfang mitberücksichtigt, wobei der Umfang der Berücksichtigung vom Einkommen und der Höhe der Unterhaltsverpflichtungen abhängt. Es ist daher mit einer entsprechenden Verringerung zu rechnen.

Was die Wohnung angeht, so wäre nach einer Scheidung und der anschließenden Durchführung eines gerichtlichen Aufteilungsverfahrens von einer Aufteilung nach Billigkeit auszugehen. Das heisst das Gericht teilt grundsätzlich nicht 1:1 und auch noch nicht nach den exakten finanziellen Beiträgen eines jeden Ehegatten. Wenn der Ehegatte ein dringendes Wohnbedürfnis an der Ehewohnung hat und die Kinder auch darin leben, wäre aller Wahrscheinlichkeit nach davon auszugehen, dass Ihre Ehegattin und Kinder in der Wohnung bleiben dürfen. Das bedeutet aber nicht, dass Sie nichts bekommen, allenfalls haben Sie dafür einen Anspruch auf andere eheliche Ersparnisse.

Ich bitte Sie um Verständnis, dass dies nur eine sehr grobe Ersteinschätzung ist und dass die Folgen einer Ehescheidung auch wesentlich von der Art der Ehescheidung abhängen und sich primär die Frage stellt, ob nunmehr mit der Trennung eine Scheidung einhergehen soll. Sofern Sie eine Scheidung anstreben und Ihre Ehegattin dieser nicht zustimmt, könnte bereits das schwierig werden.

Sofern Sie sich aber beispielsweise einvernehmlich scheiden lassen würden, wäre bereits Voraussetzung für die Scheidung, dass beide Ehegatten eine gemeinsame Vereinbarung über die Aufteilung des Vermögens und der Schulden (eheliches Gebrauchsvermögen, eheliche Ersparnisse, eheliche Schulden), Unterhaltsansprüche bzw. des Ehegatten und gegebenenfalls der Kinder) getroffen haben. Bei einer einvernehmlichen Scheidung müssten Sie daher eine entsprechende Einigung mit Ihrer Frau treffen.

Da die Thematik äußerst komplex ist und nur anhand des Einzelfalls und Ihrer konkreten Situation beurteilt werden kann, empfehle ich Ihnen noch vor Ihrem Auszug aus der Ehewohnung den Gesamtsachverhalt von einem Rechtsanwalt Ihres Vertrauens prüfen zu lassen. Ich bitte um Ihr Verständnis, dass die hier vorgenommene Beantwortung eine derartige Gesamtprüfung nicht ersetzen kann.

Ich hoffe, Ihnen einen ersten Einblick gegeben zu haben und bitte Sie die Antwort zu bestätigen, sofern Sie mit dieser zufrieden sind.

Mit freundlichen Grüßen
Isabelle Pellech

Experte:  Guests hat geantwortet vor 6 Jahren.
Sehr geehrter Herr Ratsuchender!

Ich würde Sie noch bitten die Antwort zu bestätigen, sofern Sie mit dieser zufrieden sind.

Mit freundlichen Grüßen
Isabelle Pellech