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troesemeier
troesemeier, Rechtsanwalt
Kategorie: Österreichisches Recht
Zufriedene Kunden: 192
Erfahrung:  selbständiger Rechtsanwalt
37896974
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troesemeier ist jetzt online.

Sehr geehrte Damen und Herren! Ich h tte gerne Auskunft ber

Kundenfrage

Sehr geehrte Damen und Herren! Ich hätte gerne Auskunft über Erbrecht bei unternehmensübergabe: Habe ich irgendwelche Möglichkeiten, wenn mein Vater unser ganzes Unternehmen ausschließlich meinem Bruder übergibt?? (weil er der "Stammhalter" nun mal ist") bzw. igrendwelche Rechte, wenn dieser dann das Unternehmen verkauft??? Wäre ihnen hier wirklich sehr dankbar.
Ganz liebe Grüße aus Österreich!!
Gepostet: vor 6 Jahren.
Kategorie: Österreichisches Recht
Experte:  Guests hat geantwortet vor 6 Jahren.

Sehr geehrter Herr Ratsuchender!

 

Könnten Sie mir nur den Geschäftsbereich sagen, in dem das Unternehmen tätig ist bzw. handelt es sich um einen Hof? wenn ja, in welchem Bundesland befinden Sie sich?


Mit freundlichen Grüßen

Isabelle Pellech

Kunde: hat geantwortet vor 6 Jahren.
Es handelt sich um eine Druckerei im 18. Wiener Gemeindebezirk.
Wohnhaft ist die gesamte Familie in Niederösterreich.
Experte:  Guests hat geantwortet vor 6 Jahren.

Sehr geehrte Herr Ratsuchender!

 

Es ist tatsächlich fraglich, ob es sich wirklich um eine rein erbrechtliche Frage handeln würde, weil Ihr Vater vielleicht bereits zu Lebzeiten den Betrieb an Ihren Bruder übergeben könnte. Grundsätzlich steht es Ihrem Vater zu Lebzeiten frei, vereinfacht gesprochen das Unternehmen oder seinen Gesellschafteranteil Ihrem Bruder zu übertragen. Die Art der Übertragung hängt dabei von der Art der Gesellschaftsform ab, je nachdem ob es sich um eine Personengesellschaft oder eine Kapitalgesellschaft (zB GmbH) handelt.

 

In Gesellschaftsverträgen eines Unternehmens können sich - abhängig von der Unternehmensform - Nachfolgeregelungen für den Todefall getroffen werden. Bei Personengesellschaften (zB jetzt OG, KG) kann durch gesellschaftsrechtliche Regelung erreicht werden, dass der Anteil des verstorbenen nicht in den Nachlass fällt, sonder ohne Zwischenschaltung des Nachlasses zB einem zum Eintritt berechtigten Dritten oder auch einem im Gesellschaftsvertrag bestimmten Nachfolger unmittelbar anwächst. Den Erben steht dann grundsätzlich ein Abfindungsanspruch zu. Dieser kann aber vertraglich beschränkt oder auch ausgeschlossen werden.

 

Hinsichtlich Kapitalgesellschaften bei Vorliegen einer GmbH wäre es so, dass diese grundsätzlich vererblich sind. Es ist möglich und auch üblich so genannte Aufgriffsrechte zu vereinbaren, was auch unentgeltlich oder zu Buchwerten erfolgen kann.

 

Es gibt dann auch noch einige Sonderformen wie Übergabsverträge auf den Todefall, etc.

 

Daraus wird auch deutlich, dass Ihr Vater als Unternehmer ein weiter Spielraum zukommt. Im Wesentlichen können Sie Ihren Vater nicht zwingen das Unternehmen anstelle Ihre Bruders Ihnen zu übergeben und grundsätzlich ist davon auszugehen, dass wenn Ihr Vater nicht bereits früher das Unternehmen übergibt, er jedenfalls Vorsorge für den Todesfall treffen wird. Es ist daher zu empfehlen, dass Sie einmal mit Ihrem Vater sprechen bzw. vielleicht auch mit Ihrem Bruder, so dass Sie abhängig von der Gesellschaftsform auch einen Anteil erhalten bzw. Sie ebenfalls Gesellschafter werden. Sollte dies nicht erzielbar sein, könnte zumindest für den Fall eines Verkaufs den Unternehmens diesbezüglich Rechte eingeräumt werden, allenfalls auch für den Fall des Todes Ihres Bruders, etc... Ich gehe davon aus, dass Ihr Vater grundsätzlich wollen wird, dass das Unternehmen in Familienbesitz bleibt. Ein derartige Gespräch sollte möglichst wenig emotional geführt werden.

 

Ich bitte Sie um Verständnis, dass ich hier nur eine Ersteinschätzung geben kann und dass diese eine Gesamtprüfung durch einen Anwalt unter Erhebung des gesamten Sachverhalts nicht ersetzen kann. Wenn sich nämlich einzelne Sachverhallselemente ändern, dann kann es sein, dass sich die rechtliche Antwort bzw. Lösung ändert. Dies vor allem auch vor dem Hintergrund, dass ich weder das Unternehmen, noch Ihre derzeitige Position im Unternehmen, etc... kenne. Ich würde Ihnen empfehlen - wenn Sie nicht vollkommen auf taube Ohren stoßen - Ihrem Vater vorzuschlagen, hier die Beratung eines Anwalts in Anspruch zu nehmen und zeitgerecht Vorsorge für eine spätere Unternehmensübergabe zu treffen und darauf achten, dass Sie hier auch einbezogen werden bzw. Sie auch Vorschläge machen können.

 

Ich hoffe Ihnen eine erste Einschätzung gegeben zu haben. Ich bitte Sie die Antwort zu bestätigen, sofern Sie mit dieser einverstanden sind.

 

Mit freundlichen Grüßen

Isabelle Pellech

 

Experte:  Guests hat geantwortet vor 6 Jahren.
Sehr geehrter Herr Ratsuchender!
Ich bitte Sie noch die Antwort zu bestätigen, sofern Sie mit dieser zufrieden sind.
Mit freundlichen Grüßen
Isabelle Pellech